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Ausleitungstherapie

 

Warum ist eine Ausleitungstherapie sinnvoll?

Die Umwelteinflüsse, denen wir täglich ausgesetzt sind und unsere Lebensgewohnheiten haben sich in den letzten Jahrhunderten stark verändert. Die zunehmende Durchsetzung von Böden, Wasser, Luft und Nahrung mit synthetischen, körperfremden Stoffen (z.B. Unkraut- oder Insektenvertilgungsmittel) führt dazu, dass wir täglich mit einer Vielzahl körperfremder (unphysiologischer) Stoffe in Kontakt kommen. Nicht zu vergessen sind natürlich Substanzen, die in Gebrauchsartikeln unseres täglichen Lebens enthalten sind (Duftstoffe, Konservierungsmittel, Desinfektionsmittel etc.). Im Lauf unseres Lebens werden durch Atmung, Hautkontakt oder Nahrung diese Stoffe vom Körper aufgenommen und können sich im Gewebe einlagern und ansammeln. Auch individuelle Lebensumstände spielen bei der Belastung der Gewebe eine Rolle. So haben ein regelmäßiger Konsum von Genussgiften, wie beispielsweise Nikotin, Alkohol, Kaffee aber auch ein massiver Verzehr von Süßigkeiten, Fett und Fleisch einen ungünstigen Effekt auf den Stoffwechsel. Die Folge ist eine zunehmende Belastung der Gewebe, d.h. eine Art Ansammlung von „Mülldeponien" in unseren Geweben. Diese „Gewebeverschlackung" kann dazu führen, dass es zu einer zunehmenden Versäuerung des Gewebes sowie zu einer Einlagerung von Schadstoffen im Gewebe kommt. Dadurch wird letztendlich der Körperstoffwechsel beeinträchtigt und wichtige Lebensfunktionen, wie beispielsweise die Abwehrleistung, reduziert.

 

Beispiele für Schadstoffe in unserer Umgebung

  • Lebensmittelzusatzstoffe: Antioxidationsmittel, Aromastoffe, Antimikrobielle Mittel, Geschmacksverstärker, Säureregulatoren, Süßstoffe, Konservierungsstoffe, Stabilisatoren und Emulgatoren, Farbstoffe, Verdickungs- und Geliermittel
  • Rückstände von: Dünge-, Schädlings-, Pilz- und Unkrautbekämpfungsmittel, die in großem Umfang in der modernen Landwirtschaft verwendet werden.
  • Inhalierte Stoffe: Tabak, Sprays für Haar und Haut, Schuhe, Insektenbekämpfung, Ausdünstungen aus Malerfarben und Leimen, Asbestpartikel, Stoffe aus Putzereien, Färbereien, Gerbereien und in anderen industriellen Abgasen
  • Kontaktstoffe: Duftstoffe (Parfüms, Cremes), Deodorants, Bräunungs- und Bleichmittel, Wasch-, Spül- und Putzmittel (antibakterielle Varianten), Insektizide etc.
  • Arzneimittel auf chemisch-synthetischer Grundlage

 

Was geschieht im Bindegewebe bei Belastung mit Schadstoffen bzw. falscher Ernährung?

In den Geweben des menschlichen Körpers sind die einzelnen Zellen von einer Struktur umgeben, die Grundsubstanz oder Matrix genannt wird. Sie bildet ein die Zellen umgebenes Milieu, das zum Substanz- und Informationsaustausch zwischen den Körperzellen wichtig ist. Die Grundsubstanz besteht sowohl aus eher flüssigen als auch aus eher festen Komponenten. Das Grundgerüst ist als eine Art Netzwerk aus Zucker-Eiweißkomplexen aufgebaut. Wenn nun Abfall- bzw. Abbauprodukte aus den Zellen abgegeben werden, müssen sie durch dieses Netzwerk hindurch gelangen, um über die Lymphe bzw. die Lymphbahnen abtransportiert zu werden. Ein Problem für die optimale Funktion der Grundsubstanz sind neben Schadstoffen unsere Nahrungsprodukte. Durch den übermäßigen Verzehr von Fleisch- und Weißmehlerzeugnissen, z.B. Brötchen, süßes Gebäck kommt es zu folgenden Effekten:

Zum einen entwickelt sich eine Gewebeübersäuerung; der Therapeut spricht von Gewebeazidose. In diesem veränderten Milieu können viele Enzyme nicht mehr optimal arbeiten, d.h. das Stoffwechselgeschehen ist in seiner Funktion beeinträchtigt. Auch die so genannten „Radikale", das sind besonders aggressive Sauerstoffverbindungen, die Zellwände und sogar das Erbgut schädigen können, können nicht mehr effektiv neutralisiert werden. Die Übersäuerung und die freien Radikale führen letztendlich zu einer permanenten Irritation des Abwehrsystems.

Zum anderen führt der permanente Zuckerüberschuss dazu, dass Glukosebausteine u.a. an die Struktur- und Vernetzungseiweißbausteine der Grundsubstanz gebunden werden. Dadurch verändert sich die Netzstruktur der Grundsubstanz. Das Netz wird engmaschiger. Es ist verständlich, dass je stärker dieses Netz verwebt ist, die Wanderung von Abbauprodukten und Schadstoffen um so länger dauert, was natürlich eine um so längere Verweildauer im Gewebe bewirkt. Schadstoffe, wie beispielsweise Schwermetalle, können im Gewebe wichtige Enzymfunktionen blockieren. Weiterhin wird eine Gewebeversäuerung verstärkt.

 

Wie kann eine Belastung des Körpers mit Schadstoffen nachgewiesen werden?

Über die Einhandrute kann sofort eine Aussage über eine Schadstoffbelastung gemacht werden, oder auch über Laboruntersuchungen.

 

Die natürlichen Ausleitungssysteme des Körpers

Zur Entsorgung von „ungesunden" bzw. toxischen Substanzen besitzt der menschliche Körper spezielle Entgiftungs- bzw. Ausleitungsorgane. Dazu gehören u.a. das Leber-Galle System, das Lymphsystem, die Nieren, das Magen-Darm System und die Haut.

Das Lymphsystem

Das Lymphsystem ist eine Art Kanalsystem, durch das Schadstoffe aus dem Gewebe abtransportiert werden können. Die Lymphe ist eine helle Flüssigkeit, die aus Wasser, Lymphplasma und weißen Blutkörperchen besteht und die Gewebezellen umspült. In diese Flüssigkeit werden Zelltrümmer und Schlackenstoffe entsorgt. Die aus dem Gewebe abfließende Lymphe wird im Lymphgefäßsystem gesammelt und zu den Lymphknoten transportiert. Hier werden Zelltrümmer zerlegt und „Schlackenstoffe" in das Blutsystem übergeleitet, sodass sie über die Nieren ausgeschieden werden können.

Das Leber-Galle System

Die Leber ist die zentrale Station des Körpers zur Entgiftung, Inaktivierung und Ausscheidung von körpereigenen und körperfremden Substanzen. Die Leberzellen (Hepatozyten) enthalten ein breites Enzymspektrum, das für diese Abbauvorgänge erforderlich ist. Eine gute Funktionsfähigkeit dieses Systems ist die Voraussetzung zur Bewältigung der anfallenden Entgiftungsaufgaben.

Die Nieren und die Blase

Hauptaufgabe der Nieren ist es, als Filterstation das Blut zu reinigen. Millionen kleiner Nierenkörperchen und Kanälchen (Nephronen) filtern die im Blut kreisenden harngängigen Substanzen und Giftstoffe heraus. Der einkonzentrierte Harn wird in der Blase gesammelt und dann ausgeschieden. In der Homöopathie wird häufig zur Stärkung dieses Systems Wacholder (Juniperus communis) eingesetzt.

Das Magen-Darm System

Das Magen-Darm System hat neben der Aufnahme von Nährstoffen folgende Aufgabe: Alle Inhaltsstoffe, die der Körper aus der Nahrung nicht benötigt, werden im Dickdarm einkonzentriert. Sie können anschließend ausgeschieden werden.

Die Haut

Über die Haut können Stoffwechselprodukte wie Harnstoff und flüchtige Fettsäuren mit dem Schweiß abgegeben werden. Pro Tag werden normalerweise 80 bis100 ml Schweiß abgesondert. Dies steigert sich bei körperlicher Arbeit auf ca. 400 ml und kann bei einem Aufenthalt bei höheren Umgebungstemperaturen, z.B. in den Tropen, bis 1,5 Liter pro Tag sein.

 

 

Die naturheilkundliche Ausleitungs- und Entgiftungstherapie

Die Ausleitung von „ungesunden" Stoffen aus dem Körper ist ein zentraler Aspekt bei vielen naturheilkundlichen Behandlungskonzepten. Schon zu Zeiten vor Christus sind in der traditionellen Medizin ausleitende Methoden eingesetzt worden. So wurden beispielsweise Techniken zur Steigerung der Schweißabsonderung (Ableitung über die Haut), harntreibende Therapien (Ausleitung über Niere und Blase) oder blutentziehende Therapien verwendet. Die Basis für eine ganzheitliche Behandlung bei akuten oder chronischen Erkrankungen, die auf eine Toxinbelastung zurückzuführen sind, ist immer eine beginnende Entgiftungstherapie. Ohne eine umfassende Entgiftung können auch mit den besten naturheilkundlichen Methoden keine umfassenden therapeutische Erfolge erzielt werden. Durch eine anfängliche Ausleitungstherapie werden die Körpergewebe saniert, die Selbstregulation des Körpers wird gestärkt. Eine anschließende naturheilkundliche Therapie kann dann ihre volle Wirkung erzielen. Da Leber, Niere und das Lymphsystem eine wichtige Rolle bei der Ausleitung von toxischen Substanzen aus dem Körper spielen, sollten Ausleitungsmittel die natürliche Entgiftungsfunktion der Leber durch die Aktivierung des Leberparenchyms fördern. Die Harnbildung und Ausscheidung durch die Nieren sollte gefördert und durch Anregung des Lymphflusses die Gewebe entschlackt werden. Heutzutage wird oft eine naturheilkundliche Ausleitungs-/Entgiftungstherapie verordnet. Die verwendeten homöopathischen Therapeutika stärken dabei die körpereigenen Entgiftungs- und Stoffwechselfunktionen, wirken unterstützend und helfen diese Systeme wieder in Schwung zu bringen.

 

Was sollte bei der Ausleitungstherapie beachtet werden?

Da es durch die Behandlung zu einer gewollten Aktivierung der Nierenfunktion kommt, ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Täglich sollten es ca. 2,5 Liter sein. Geeignet sind stilles Wasser und Früchtetee. Der Konsum von Kaffee und schwarzem Tee sowie Alkohol sollte eingeschränkt werden.

 

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